Der Privatkredit: Ein Überblick

Wenn Personen einen Privatkredit bei Verwandten/Bekannten oder über ein P2P-Portal aufnehmen, spricht man vom Kredit von Privat und meint Kredite von Privatpersonen. Zu beachten ist für Interessenten, die sich hierüber informieren möchten, dass der Begriff des Privatkredits von Banken und gewerblichen Vermittlern auch für denjenigen Kredit verwendet wird, den der Kreditnehmer für rein private (nicht berufliche) Zwecke einsetzt.

Warum einen Privatkredit aufnehmen?

PrivatkreditIn der Regel hat der Kreditnehmer bei der Bank und auch sonst nirgendwo ein Darlehen bekommen. Das kann verschiedene Ursachen haben und muss keinesfalls mit einer mangelnden Bonität oder Tilgungsfähigkeit zusammenhängen. Manchmal soll es einfach schnell gehen, bei Banken funktioniert das aber nicht immer (bei Kreditvermittlern noch viel weniger), manchmal erfüllt der Antragsteller nicht die strengen Voraussetzungen einer Bank. Er hat sich beispielsweise gerade selbstständig gemacht und noch keine Steuerbescheide über sein Einkommen vorliegen, aber eine wirklich gute Geschäftsidee, die sich in der Praxis sogar schon bewährt hat. Daher wäre er auch bereit, für das Darlehen sehr viel höhere Zinsen zu zahlen, doch darauf geht eine Bank selten ein. P2P-Portale (von „peer-to-peer“ = „gleich-zu-gleich“) haben sich darauf eingestellt, hier handeln private Kreditnehmer und -geber die Zinsen frei miteinander aus. Die häufigsten Ursachen für einen Kredit von Privat dürften sein:

  • Schnelligkeit der Kreditaufnahme
  • Verwischung von Schenkung und Kredit unter Verwandten
  • ungewöhnliche Finanzierungsabsichten, beispielsweise mit der Option sehr kurzfristiger Tilgung
  • Bankablehnung wegen negativer Schufa
  • fehlende Einkommensbescheide von Existenzgründern
  • Arbeitslosigkeit, aber gute Aussichten auf einen Job und/oder illegaler Nebenverdienst

Den letztgenannten Punkt kommuniziert natürlich niemand öffentlich, deshalb wollen wir ihn hier einmal betrachten. Natürlich gehen die Leute schwarz arbeiten und könnten durchaus Kredite von Privatpersonen tilgen. Die Gegenseite „denkt sich das“, selbst Banken hatten bis in die frühen 2000er Jahre in ihren Kreditanträgen den Passus „weitere Nebeneinkünfte“ verpackt. Das ist ein Problem für den Kreditnehmer gegenüber dem Finanzamt und eventuell beim Bezug von Sozialleistungen, für den Kreditgeber wird es nur ein Problem, wenn der Nebenverdienst wegfällt, die Tilgung ausbleibt und nun keine Sicherheit für eine Pfändung existiert. Das sollte sich der Kreditgeber genauso heimlich denken, falls er in so einem Fall ein privates Darlehen vergibt.

Was ist beim Kredit von Privat zu beachten?

Die wohl wichtigste Voraussetzung, um Kredite von Privatpersonen aufzunehmen, ist ein rechtssicherer Vertrag. Diesen finden Sie unter Downloadformulare auf dieser Seite. Weitere Punkte dürften sein:

  • Der Zinsgewinn aus einem Privatdarlehen muss vom Kreditgeber versteuert werden.
  • Besondere Vereinbarungen (Möglichkeit von Laufzeitveränderung, Besicherung) sollten schriftlich festgehalten werden.
  • Die Parteien müssen sich über den Rechtsgegenstand (Schenkung oder Kredit) einig sein.

Dass sich Freunde und Verwandte Geld „leihen“, aber eigentlich schenken, ist ein sehr häufiger Fakt, der in der Schwebe bleibt und zu Zerwürfnissen führen kann. Sinnvoller ist es, ihn gleich zu Beginn anzusprechen, wenn ein Privatkredit vereinbart wird.